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Kreditwucher bei Konsumentendarlehen

Wie aus 20.000 Euro ein Gesamtaufwand von 71.000 Euro werden

In diesem Praxisfall geht es um den Ausbau eines Kellers in Wohnraum. Der Bauherr benötigte nur 20.000 Euro, um die Handwerker zu bezahlen. Also ging er zu einer Bank, die bis 2009 noch einen anderen Namen hatte, und wollte dort die gewünschte Summe beantragen.

Der  Banker hat daraufhin eine Kreditprüfung unternommen und festgestellt, dass sogar maximal 42.000 Euro Darlehen vergeben werden könnten.
-kurze Anmerkung: „Eine genaue Herleitung dieses Betrages ist nicht nachvollziehbar!“-

Also konnten das zinslose Darlehen der frisch erworbenen Küche sowie der günstige Autokredit (der im Jahr zuvor vereinbart wurde) gleich mit umfinanziert werden. Als Begründung bekam der Kreditsuchende zu hören, dass es anders nicht möglich sei, die gewünschten 20.000 Euro Darlehen zu gewähren.

Damit erhöhten sich die benötigten 20.000 Euro auf 40.000 Euro.
Der Sollzins sollte dafür 8,36% betragen und das Darlehen in 82 Monaten abgezahlt werden.
Das war der Bank jedoch noch nicht genug, also wurde dem Kunden eine Kreditversicherung angeboten, die er ablehnen wollte. Der Banker teilte ihm mit, dass dann der Darlehensbetrag niedriger wird und er den gewünschten Betrag nicht bekommen würde. Also entschied sich der Kreditnehmer für die Zusatzversicherung (zu der er eine Bestätigung unterzeichnen sollte, dass er alle Unterlagen auf einem Datenträger erhalten hätte – der jedoch nie aufgetaucht ist).

Der Ratenkredit berechnete sich nun wie folgt:

40.000 Euro Nettokredit
12.300 Euro Zusatzversicherung
52.300 Euro Gesamtkredit (wobei doch laut Kreditprüfung nur 42.000 Euro möglich sein sollten)
17.600 Euro Zinsen
1.300 Euro Individualbeitrag (für mehr Flexibilität beim Darlehen)
30 Euro Herauslage (was auch immer)

In der Summe sind das 71.230 Euro, die in 82 Raten mit je 868 Euro abgezahlt werden müssen.
Das entspricht -auf den Nettokredit berechnet- einem Zinssatz von ca. 18,72%

Aktien

Vorteil des Kunden

Als der Mandant mit diesem Vertrag zu uns gekommen ist, waren leider bereits alle Widerspruchfristen abgelaufen und auch die günstigen Verträge bereits gekündigt.
Die einzige Hilfe, die noch möglich war, war die Prüfung, welche Bestandteile des Vertrages veränderbar waren und gekündigt werden konnten.
Die Kündigung der Zusatzversicherung hatte eine Reduzierung der Rate um ca. 170 Euro im Monat zur Folge und damit eine Ersparnis von ca. 14.000 Euro gebracht!