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Bauspardarlehen und Bausparkassen

Arbeitsweise von Bausparkassen

Bausparkassen sind ganz vereinfacht ausgedrückt Personengruppen mit dem gemeinsamen Ziel, irgendwann Wohneigentum zu erwerben. So können beispielsweise 10 Personen vereinbaren, dass jeder in 10 Jahren eine Wohnung für 100.000 Euro haben möchte. Normalerweise würde jeder dafür 10 Jahre lang 10.000 Euro zur Seite legen müssen. In einer Bauspargruppe geht es dann rechnerisch schneller.

Wenn jeder Teilnehmer seine 10.000 Euro spart, kann bereits nach einem Jahr der erste aus der Gruppe eine Wohnung kaufen. Dieser Glückliche zahlt auch in den folgenden 9 Jahren 10.000 Euro zurück, weil er von der Gruppe ein Darlehen erhalten hat. Im zweiten Jahr erhält der nächste ein Darlehen und der 10. erreicht erst im letzten Jahr sein Ziel. Durchschnittlich verkürzt sich die Zeit bis zum Erwerb der Immobilie für alle Beteiligte, bis auf den Letzten.

Der Vorteil an diesem System ist, dass es keine Refinanzierung wie bei einer Bank gibt, die im Prinzip Kapital verleiht, welches sie sich selbst erst leihen muss. Bei der Bausparkasse wird unabhängig vom Kapitalmarkt Geld gesammelt und die Konditionen werden durch die jeweilige Bausparkasse und den Tarif festhelegt. Daher weiß jeder Bausparer auch bei Vertragsabschluss, wie hoch sein Guthaben verzinst wird und welche Kondition sein zukünftiges Bauspardarlehen hat. Er weiß jedoch nicht, wann das Darlehen zuteilungsreif ist, da das nicht garantiert werden kann.

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Erfahrungswerte und Tipps

2017 gab es rund 28.000.000  (28 Millionen) Bausparverträge in Deutschland mit 875.000.000.000 Euro (875 Milliarden) Bausparsumme, was eine durchschnittliche Bausparsumme von 32.000 Euro ergibt.

Für den zukünftigen Erwerb einer Immobilie ist dieser Wert zu niedrig und für das Ausnutzen staatlicher Zuschüsse oder das Einzahlen von vermögenswirksamen Leistungen ist es viel zu hoch.

Wann ist eine Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag sinnvoll?
Wer mit Bausparverträgen eine Immobilie erwerben möchte, muss sich zwei Dinge überlegen. Wie teuer soll das Wohneigentum sein und wann soll der Bausparvertrag angespart sein. Meiner Meinung nach lohnt sich nur eine Finanzierung mit einem bereits angesparten und zuteilungsreifen Bausparvertrag.  Bitte nie einen Bausparvertrag bei dem Kauf einer Immobilie abschließen.

Was spricht gegen eine Baufinanzierung mit einem neuen Bausparvertrag?
Eine solche Bausparvariante ist meist teuer.

  • Der Kunde zahlt hohe Abschlussgebühren für den Bausparvertrag.
  • Zusätzlich fallen oft jährliche Kontogebühren für den Bausparvertrag an.
  • Während der Ansparphase gibt es keine nennenswerte Guthabenverzinsung (im Jahr 2018 lag diese teilweise bei 0,1%).
  • Der garantierte Darlehenszins kann höher sein, als die Kondition bei einem Bankdarlehen mit Zins und laufender Tilgung.
  • In der Zeit bis zum erreichen der Zuteilung, werden nur Zinsen gezahlt und keine Rückzahlung der Zwischenfinanzierung getätigt. Das erhöht die tatsächlichen Zinskosten enorm. Siehe dazu den Praxisfall 12!
  • Der Zeitpunkt der Zuteilung ist nicht garantiert und kann erst sehr spät eintreten.
  • Die meisten Bausparkassen sind an eine Bank gebunden, sodass Sie keine Wahl haben, mit welchem Kreditinstitut Sie die Finanzierung realisieren.

Achtung

Vorsicht: Wohnriesterfinanzierungen bieten zusätzliche Einschränkungen bei der späteren Verwendung der eigenen Immobilie und es entsteht eine nachgelagerte Besteuerung auf das fiktive Wohnförderkonto.

Wofür kann ein Bausparvertrag noch genutzt werden?
Bei kleinen Bausparsummen, die zwischen 5.000 Euro und 15.000 Euro liegen, können Sie diese beispielsweise dazu verwenden, um die Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmersparzulage oder die Riesterzulagen zu erhalten. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, müsste im Einzelfall geprüft werden. Ein kleines Bauspardarlehen kann für wohnwirtschaftliche Zwecke, wie Modernisierungen, Inneneinrichtung, Renovierungen oder Reparaturen eingesetzt werden.