Betriebliche Altersvorsorge oder private Rentenversicherung

Im Jahr 2018 kam ein Mandant mit einem Vorschlag zur betrieblichen Altersvorsorge seines Arbeitgebers in unsere Geschäftsräume.

Er wollte wissen, ob sich dieser Vertrag lohnt, da ihm der Berater nur ein Angebot mit rund 80 Seiten Text zugemailt hat.
Es gehört zu unseren Serviceleistungen Angebote unter die Lupe zu nehmen und in verständliche Informationen zu übersetzen.Ratgeber

Was hat der Berater unserem Mandanten vorgeschlagen?

Vertragslaufzeit: 26 Jahre und 6 Monate
Endalter: 67 Jahre
Arbeitnehmerbeitrag: 200,00 Euro
Arbeitgeberbeitrag: 40,00 Euro

Garantierte Rente: 237,00 Euro
Gesamtrente: 539,00 Euro

Unser Mandant sollte nur circa 100 Euro Netto investieren.

Wie würde sich die Rente tatsächlich erhöhen?

Ohne die betriebliche Altersvorsorge hätte unser Mandant nach aktuellen Hochrechnungen folgende Rentenansprüche:

gesetzliche Bruttorente: 1.936 Euro
gesetzliche Nettorente: 1.495 Euro
(es werden 441 Euro Steuern und Sozialabgaben fällig.)

Mit der bAV würde sich die Bruttorente erhöhen:

gesetzliche Bruttorente: 1.852 Euro (ja dieser Betrag ist jetzt geringer)
zusätzliche Betriebsrente: 539 Euro

Gesamte Bruttorente: 2.391 Euro
gesetzliche Nettorente: 1.753 Euro
(hier werden 638 Euro Steuern und Sozialabgaben fällig)

Unser Mandant hätte seine Rente um 259 Euro netto erhöhen können!

Auswirkung auf die Leistungen der Sozialversicherung

Durch die Investition aus dem Bruttoeinkommen, reduzieren sich die Beiträge in die gesetzliche Sozialversicherung. Unser Mandant hat eine Ersparnis, aber auch weniger Leistungsansprüche.

Die Altersvorsorge verbessert sich um 259 Euro.

Die Leistung bei Arbeitslosigkeit verringert sich um 59 Euro.

Das gesetzliche Krankentagegeld verringert sich um 78 Euro.

Die Erwerbsminderungsrente reduziert sich um 2 Euro.

Die gesetzliche Altersrente verringert sich um 53 Euro.

Alternative private Vorsorge

Mit den selben Eckwerten, werden alternativ 100 Euro in eine private Altersvorsorge eingezahlt.

Die Garantierente kann hier nur: 186 Euro betragen.
Die Gesamtrente kommt auf 245 Euro.

Mit der privaten Altersvorsorge würde unser Mandant folgende Nettorente erhalten:

gesetzliche Bruttorente: 1.936 Euro
private Rente: 245 Euro
Bruttogesamt: 2.181 Euro
Nettorente: 1.727 Euro
(hier werden 454 Euro Steuern und Sozialabgaben fällig)

Die Leistungen der gesetzlichen Sozialsysteme werden nicht beeinflusst.

Die private Vorsorge ist flexibler und jederzeit verfügbar.

Fazit:

Unser Kunde hätte durch die betriebliche Altersvorsorge im vergleich zu der gesetzlichen Vorsorge einen monatlichen Rentenvorteil über 27 Euro erhalten.
Da er weder vollständig über die Nachteile aufgeklärt wurde, noch absehbar ist, dass er die nächsten 26 Jahre in der selben Firma arbeiten wird, hat er sich nach dieser Diagnose gegen das Angebot seines Arbeitgebers entschieden.